KOMPRESSIONSSYNDROM
chronisches Kompressions-Syndrom
Neu: Unser "Diagnosefinder"
Es gelten beide Schreibweisen: Kompressionssyndrom oder Kompressions-Syndrom
Unter dem Begriff "Kompressionssyndrom" versteht man Krankheitszeichen, Krankheitsmuster, die durch einen unnatürlichen, mechanischen Druck, durch zu starke Einengung entstanden sind. Zu nennen wäre in diesem Zusammenhang die sog. Compressio cerebri (= Hirnquetschung) z.B. bei einem raumfordernden Hirnprozeß (Tumor, En tzündung) oder auch beim subduralen Hämatom (= Einblutung zwischen den Hirnhäuten unterhalb des Schädelknochens). Beim sog. Halsri ppensyndrom kommt es infolge einer Einengung zu Störungen der Blutzirkulation in der Arteria subclavia (= Schlagader unter dem Schlüsselbein).
Hauptsächlich ist mit dem Begriff "Kompressionssyndrom" in der medizinischen Umgangssprache aber ein Ner ven-Kompressionssyndrom gemeint. Darunter versteht man Krankheitsbilder, die durch lokale mechanische Schädigung von Ner ven hervorgerufen werden und bevorzugt an Stellen auftreten, an denen ein anatomischer Eng paß besteht, oder wo der Nerv ungeschützt direkt am Knochen verläuft (Roche).
Die einzelnen Kompressionssyndrom e:
1) Kompressionssyndrom e im Arm- und Handbereich:
Beim
Karpaltunnelsyndrom handelt es
sich um ein Kompressionssyndrom
des medianus infolge einer mechanischen Reizung im Canalis carpi (=
Handwurzelkanal) unter dem
Ligamentum carpi transversum (= ein
Halteband, das den Handwurzelkanal bedeckt).
Häufige Ursachen:
Knochenbrüche mit deformierender Heilung (Radiusfraktur (= Speichenbruch), perilunäre Luxation (= "Verrenkung" im Bereich eines Handwurzelknochens))
Steigerung des Druckes im Tunnel, z.B. infolge einer Tendovaginitis (= Sehnenscheidenentzündung)
Ödembildung (= Ansammlung von Gewebsflüssigkeit)
Metabolitenablagerung (= Ablagerung von Stoffwechselprodukten) oder auch (selten)
Bindegewebswucherung
Die Entstehung eines Karpal tunnelsyndroms kann durch hormonale Faktoren (Klimakterium (= Wechseljahre), Gravidität (= Schwangerschaft), Hypophysen- (= Hirnanhangdrüse) und Schilddrüsenerkrankungen) begünstigt werden. Die Beteiligung der genannten Faktoren läßt vermuten, daß an der Ausbildung des Karpaltunnelsyndroms das sympat hische Nervensystem wesentlich beteiligt ist. Dies deckt sich mit unserer Erfahrung, daß wiederholte Pl exus brach ialis-Blockaden (siehe unten) sehr viel bessere Resultate als selektive Medianus-Blockaden aufweisen. Die selektive Blockade des Nervus medianus eignet sich zur Diagnostik.
In die differentialdiagnostischen
Erwägungen (= was sonst noch an
Krankheiten infrage kommt) müssen die
Dupuytren-Kontraktur (= Zwangsbeugung der
Finger infolge Hüllgewebsschrumpfung) und das
Pseudokarpaltunnelsyndrom, bei dem die
Se
hne des
Muskels flexor digitorum den Nerv komprimiert, mit einbezogen werden.
Mehr über dieses Kompressionssyndrom und dessen Behandlung erfahren Sie
hier.
Zur Gruppe der
Kompressionssyndrom
e gehört auch das
Sulcus-ulnaris-Syndrom. Damit wird der Zustand
nach einer Schädigung des Nervus
u
lnaris im Bereich des
Sul
cus nervi u
lnaris
(=
eine Rinne am hinteren, inneren
El
lenbogen)
bezeichnet.
Die Krankheitszeichen sind wie beim
Kubitaltunnel-Syndrom
(= eine durch Einengung entstandene Störung im selben Bereich):
örtliche Druckempfindlichkeit
Verminderung der groben Kraft der Han d
Muskelatrophie (Mm. interossei) (= Muskelgewebsschwund),
Unterar mschmerzen, manchmal mit Ausstrahlung in den Oberar m
Par- und Dysäst hesien (= Fehl- und Mißempfindungen)
Ursächlich kommen reaktive (= in Beantwortung eines körperlichen oder seelischen Reizes)
Veränderungen knöcherner Strukturen nach Fraktur (=
Knochenbruch) im
El
lbogenbereich, aber auch solche Veränderungen ohne Fraktur in Frage sowie beruflich bedingte Mikrotraumata
(= sehr geringfügige Verletzung des Skelettsystems)
usw.
Mehr über dieses
Kompressionssyndrom
und dessen
Behandlung erfahren Sie
hier.
Beim
Supinatortunnelsyndrom
liegt eine Kompression (= Einengung)
des Ramus profundus (= tief
verlaufender Nervenast) im
Supinatortunnel, dem Spaltraum zwischen oberflächlicher und tiefer Schicht des Musculus supinator
und zwar durch Tunneleinengung (deshalb
Kompressionssynd
rom genannt) durch den
Mus
kel supinator vor.
Mögliche Ursachen: En
tzündungen, bei Ulna- oder Radiusfraktur (=
Ellen- oder Speichenbruch) oder infolge Mikrotraumatisierung
(= kleinster Verletzungen)
durch häufige Pro- u. Supination (= aus-
und einwärtsdrehen der
Han
d) (z.B. bei Klavier-,
Tennisspielern).
Mehr über dieses
Kompressionssyndrom und dessen Behandlung erfahren Sie
hier.
Pronator-teres-Syndrom
Der Nervus medianus
wird im Bereich des Unterarms beim Durchtritt des Nerven durch den Muskulus pron
ator te res geschädigt.
Ulnartunnelsyndrom
Der Nervus ulnaris wird im Bereich der Handwu
rzel komprimiert, typisch ist eine
Pelzigkeit des 4. + 5. Fingers.
Ebenfalls zur Gruppe der
Kompressionssyndrom
e gehört die
Cheiralgia paraesthetica, teilweise auch
Chiralg
ia paraesthet
ica genannt. Sie äußert sich in Schmerzen
an der lateralen (= äußeren) Daumenseite und am
daumenseitigen
Ha
ndrücken, bedingt durch
Kompression des Nervus digitalis dorsalis. Es handelt sich also um ein Eng
paßsyndrom
meist
infolge einer mechanischer Irritation des Nervs z.B. durch ein (zu enges)
Uhrarmband.
Da der Nervus digitalis dorsalis dem Nervus radialis entstammt, kann die Diagnose
(= Erkrankung) durch eine Blockade (Betäubung) des N. radialis nahe am Handgelen
k gesichert werden.
Zur Therapie werden dann im Rahmen der therapeutischen Lokalanästhesie
wiederholte Blockaden (Betäubungen) mit langwirkenden Lokalanästetika
(=
örtliche
Betäubungsmittel) durchgeführt, in (seltenen) hartnäckigen Fällen
kontinuierlich mit Katheter.
2) Kompressionssyndrom e
im Schul terbereich:
Impingementsyndrom: Aufgrund einer Enge unterhalb der Schulterhöhe führen an sich wenig belastende Faktoren rasch dazu, daß die Seh nen aneinander oder an den Knochen reiben und sich entzünden, teilweise unter Einbezug des Schleimbeutels.
Thoracic-outlet-Syndrom: Die Kompression (= Einengung, Quetschung) kann den Plexus brachialis (= Nervengeflecht, das den Ar m versorgt) und/oder die A. subclavia (= Arterie unter dem Schlüsselbein) betreffen.
Kostoklavikularsyndrom: Nerveneinengung zwischen erster Rippe und der Clavicula (= Schlüsselbein).
Skalenussyndrom:
Kompressionssyndrom
(= Einengung)
des Plexus brachialis (=
Armnervengeflecht) im Bereich der Skalenuslücke (= Durchtrittsort der
Schlüsselbeinschlagader und des Armnervengeflechts zur Achselhöhle), hauptsächlich
verursacht durch eine
Halsrippe (= zusätzliche, unnormale Rippe am
7. Halswirbel) (deswegen auch die Bezeichnung
Halsrippensynd rom).
3) Kompressionssyndrom e im Bei n- und Fußberei ch:
Die
Meralgia paraesthetica ist eine isolierte
Neuritis
(= Ner
venentzündung) des Nervus cutaneus
femoris lateralis und äußert sich in brennenden Schmerzen und Empfindungsstörungen
an der Oberschenkelaußenseite sowie Druckschmerz einwärts vom vorderen oberen
Darmbeinstachel.
Ursachen: mechanisch, bedingt durch Druck unter dem
Leistenband oder auch Druck- oder Zugeffekte im Nervenverlauf, v.a. am
Austrittsort aus dem
Beck
en), toxisch (=
durch Gifteinwirkung verursacht) z.B. bei
Alkoholismus oder infektiös (=
durch Ansteckung verursacht) z.B. bei
Syphilis.
Mehr über dieses
Kompressionssyndrom und dessen
Behandlung erfahren Sie
hier.
Tibialis-anterior-Syndrom: Unterschenkelschmerzen an der Schienbeinvorderseite, verursacht durch ein Kompressionssyndrom des Nervus tibialis in der Tibialisloge (= die sog. Streckerloge, ein Raum mit geringer Ausdehnungsmöglichkeit).
(Hinteres und vorderes)
Tarsaltunnel-Syndrom
Dorsal
(= hinter) und kaudal (=
unterhalb) des Fußinnenknöchels
verläuft der Nerv tibialis posterior in einem Kanal (Tarsaltunnel),
bedeckt vom Retinaculum musculorum flexorum (=
ein Halteband). Ein
örtlicher Kompressionsschaden des Nervs führt zum (hinteren)
Tarsaltunnelsynd
rom
.
Neben Schmerzen und Paräst
hesien (=
Mißempfindungen) im
Bereich der (eher hinteren)
Fu
ßsohle, vor allem beim Gehen und nachts, kommt es
im weiteren Verlauf auch zu sensiblen (=
die Empfindung betreffende)
und motorischen (= die
Muskeltätigkeit betreffende) Ausfällen.
In typischer Weise besteht ein Druckschmerz hinter dem Malleolus (=
Fußknöchel).
Beim vorderen
Tarsal tunnel-Synd rom handelt
es sich um ein
Kompressionssyndrom (=
durch Druck, Einengung entstandene Krankheitszeichen)
des peroneus profundus. Dieser Nerv zieht unter dem
Mus
kel extensor
digitorum longus in die Tiefe des Streckerfaches und gelangt am oberen
Sprunggelen
k
auf den Fu
ßrücken und wird hier vom Ligamentum cruciatum (=
Kreuzband am
Fu
ßrücken) bedeckt.
Eine Kompression
(= Druck, Einengung) in
diesem Bereich (z.B. durch enges Schuhwerk) führt zu Schmerzen am
Fu
ßrücken.
In typischer Weise verstärkt sich der Schmerz bei Druck auf das Ligamentum.
Mehr über dieses Kompressionssyndrom
und dessen Behandlung
erfahren Sie
hier.
Morton Neuralgie: Ursächlich ist eine durch mechanischem Druck verursachte Nervenreizung, hpts. bei Sen k-/Sp reizfuß. Dabei kommt es zu einer spindelförmigen Auftreibung der Plantarnerven (= Nerven der Fußsohle), hervorgerufen durch eine Fibrose (= krankhafter Bindegewebsvermehrung infolge einer Durchblutungsstörung) in den beteiligten Blutgefäßen.
Einengung des Nervus peroneus am Wadenbeinköpfchen (Fibulaköpfchen-Syndrom): mögliche Symptome (= Krankheitszeichen): Fußheberlähmung, unangenehme Pelzigkeit am Vorfuß. Spezielle Schmerztherapie: kontinuierliche Nervenblockade des N. ischiadicus mit Katheter.
Einengung des Nervus tibialis an der Fußinnenseite: mögliche Symptome (= Krankheitszeichen):Pelzigkeit & Schmerzen an der Fußsohle (v. a. nächtlich). Spezielle Schmerztherapie: kontinuierliche Nervenblockade des N. ischiadicus mit Katheter.
Gesundheitliche Faktoren, die ein Kompressionssyndrom begünstigen, in dem sie die Druckempfindlichkeit eines Nervs erhöhen:
Diabetes mellitus (= Zuckerkrankheit) (insbes. die diabetische Polyneuropathie)
Ablagerung von Eiweißprodukten (Amyloidose)
hormonelle Veränderungen (Schwangerschaft, Schilddrüsenüberfunktion)
Allgemeine Ursachen für ein
Kompressions-Syndrom:
Die individuellen Ursachen sind in den
jeweiligen Dateien beschrieben (einfach oben nur die blau unterlegten
Begriffe anklicken):
Verrenkungen, Prellungen
knöcherne Veränderungen nach Knochenbrüchen
Sehnenscheidenentzündungen bei Rheumatikern oder als Folge von Verletzungen
andere En tzündungen, chronische En tzündungen
chronische Überlastungen (Arbeit, Sport, etc..)
Ödeme (= krankhafte Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe)
Störungen durch Tumore und Ganglien (= Überbeine an Gelenken)
Wenn ein schmerzhaftes, chronisches Kompressionssyndrom (Kompressions-Syndrom) längerfristig besteht, ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen.
A Abdomen,
Ablatio mammae,
abdominale
Schmerzen,
abdominelle
Schmerzen,
Achillessehne,
Afterschmerzen,
chronische Armschmerzen
(www.armschmerzen.de),
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Bauch, Bauchhöhle,
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C
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Kreuzschmerzen (www.kreuzschmerzen.li),
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F
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G
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